Klimaschutz

Zentrale Forderungen

  • Schnelle Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien
  • Elektrifizierung großer Teile des Verkehrs und der Wirtschaft
  • Einstieg in die CO2-Bepreisung, aber Steuerung nicht ausschließlich über Verbote und Preiserhöhungen
  • Schaffung klimafreundlicher Alternativen
  • Mehr Technik: Einbau intelligenter Stromzähler und Austausch veralteter Elektrogeräte
  • Sozial gerechter und wirtschaftlich erfolgreicher Klimaschutz, damit uns andere Länder auf unserem Weg folgen

 

Meine ausführliche Position

Der Klimaschutz ist eine Zukunftsfrage für die gesamte Menschheit. Als Resultat der Treibhausgas-Emissionen steigt die Temperatur weltweit stark an. Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage von Millionen Menschen weltweit. Es drohen Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Unwetter und Hungersnöte. Dies wird enormes menschliches Leid verursachen. Viele Menschen werden fliehen müssen. Die komplexe Gesellschaftsstruktur vieler Staaten kann zerbrechen bis hin zum Zusammenbruch jeglicher staatlicher Ordnung.

Daraus folgt: Die Klimaerwärmung muss mit aller Kraft gebremst werden. Die SPD hat daher in ihrem Zukunftsprogramm die Forderung aufgestellt, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral wirtschaften soll. Dann sollen Stromerzeugung, Heizung, Industrie und Verkehr komplett so laufen, dass kein Treibhausgas mehr erzeugt wird. Wenn noch ein kleiner Anteil von Treibhausgas anfällt, muss dieser neutralisiert oder anderweitig kompensiert werden.

Ich halte dieses Ziel für richtig und werde mich mit voller Energie dafür einsetzen. Und wenn es möglich ist, noch schneller klimaneutral zu werden, würde ich das sehr begrüßen. Wir müssen den Klimaschutz entschlossen und sozial gerecht voranbringen. Dabei ist es wichtig, die Gesellschaft zusammenzuhalten. Zum Klimaschutz werden mitunter Vorschläge gemacht, die die Gesellschaft zu spalten drohen. Das macht mir Sorgen. Ich möchte einen Weg vorschlagen, der die Gesellschaft zusammenhält, weil er wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht ist.

Grundsätzlich halte ich es für richtig, das klimaschädliche CO2 mit einem Preis zu versehen. Somit werden klimafreundliche Technologien attraktiver und der Ausstoß an Treibhausgasen sinkt. Doch dann brauchen wir klimafreundliche Alternativen. Verbote und Preiserhöhungen reichen alleine nicht aus. Das zeigt das Beispiel des Benzinpreises. Wenn der Benzinpreis erhöht wird, ohne dass es eine Alternative zum Auto gibt, hilft das dem Klima wenig. Wer viel Geld hat, bezahlt möglicherweise den Preis und fährt mit dem Auto weiter. Wer wenig Geld hat, ist vielleicht auf das Auto angewiesen, beispielsweise weil er oder sie Schichtdienst hat. Wir müssen Alternativen schaffen. Beispielsweise brauchen wir bessere Bahnverbindungen und Fahrradwege. Auch die Digitalisierung kann helfen. Wer über eine schnelle Internetverbindung von zuhause aus arbeitet, muss an diesen Tagen gar nicht zur Arbeit fahren. Das Klima profitiert, und er oder sie spart auch noch Geld und Zeit. So können wir das Klima schützen und weiterhin ein gutes Leben führen.

Für Menschen, die beruflich auf das Auto angewiesen sind, müssen wir alternative Antriebstechnologien anbieten. Synthetische Kraftstoffe und Elektrofahrzeuge sind hier mögliche Stichworte. Hier sind noch einige Fragen offen, etwa die Umweltfreundlichkeit und die Arbeitsbedingungen der Batterieproduktion. Ich bin auch der Ansicht, dass es Einheitsakkus für Fahrzeuge geben muss, die innerhalb weniger Minuten ausgetauscht werden können.

Die Energiewende ist der Schlüssel zur Klimaneutralität. Wir müssen die Dekarbonisierung unserer Stromerzeugung vorantreiben. Dies betrifft den Ausbau neuer Solar- und Windkraftanlagen und die Modernisierung alter Anlagen. Die große Zeit des Ausbaus der Windenergie an Land ist an ihr Ende gekommen. Dem Ausbau auf dem Meer kommt um so größere Bedeutung zu. Wir müssen weiterhin unsere Stromnetze ausbauen. Somit können wir große Teile des Verkehrs nach und nach elektrifizieren. Über die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien werden wir sogar klimaneutralen Stahl produzieren können.

Wir brauchen einen sozialen Ausgleich, damit der Klimaschutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht zu unzumutbaren Mehrkosten führt. Wir müssen den Mut haben, alle gesellschaftlichen Gruppen fair an den Kosten des Klimaschutzes zu beteiligen. Auch das Modell des globalen freien Handels sollten wir in diesem Zusammenhang etwas kritischer betrachten. Wenn beispielsweise Europa Güter klimaneutral herstellt, andere Staaten aber das Klima weiterhin belasten, sollten wir eingeführte Güter mit einem Zoll belegen. Das schützt dann klimafreundliche Arbeitsplätze bei uns.

Allgemein sollten wir mehr auf Technik setzen. Ein Beispiel ist der Einbau intelligenter Stromzähler. Diese Stromzähler können den Stromverbrauch innerhalb gewisser Grenzen steuern und an die Wind- und Sonnenzeiten anpassen. So brauchen wir weniger fossile Kraftwerke und verursachen weniger Emissionen. Wir müssen innerhalb der nächsten Jahre alle Stromzähler austauschen. Ebenso brauchen wir ein Austauschprogramm für veraltete Elektrogeräte. Das senkt Emissionen und schafft gleichzeitig Kaufkraft für sozial schwächer gestellte Haushalte.

Die Entwicklung klimafreundlicher und wirtschaftlich vorteilhafter Technik kann auch dazu führen, dass sich andere Länder stärker dem Klimaschutz öffnen. Denn Deutschland ist nur für 2% der globalen Treibhausgasemissionen direkt verantwortlich. In anderen Ländern gibt es teilweise andere Prioritäten wie Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung. Wir in Deutschland können Technologien entwickeln, die dann auch anderen Ländern helfen, das Klima zu schützen. Und wir können dazu beitragen, dass diese Technologien schneller die Marktreife erreichen, indem wir sie selbst bei uns einführen.

Wir sollten noch weiter denken. Aufgrund der langen Planungszeiten wird der Wandel zu einer klimaneutralen Wirtschaft viele Jahre in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit sollten wir offen dafür sein, CO2 durch technische Lösungen aus der Atmosphäre zu filtern. Wir brauchen hier mehr Forschung und Entwicklung. Aus meiner Sicht ist es eine Verpflichtung der Industriestaaten, das CO2, das wir in die Atmosphäre eingebracht haben, wieder herauszufiltern.

Schließlich müssen wir den Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Erwärmung durchbrechen. Dazu müssen wir vor allem mehr Bäume pflanzen. Bäume binden CO2, sorgen für Schatten und verbessern das Mikroklima vor Ort. Teilweise sind unsere Innenstädte regelrechte Hitzeinseln. Das muss sich ändern. Wir sollten die Anzahl der Bäume in Deutschland deutlich erhöhen und uns im Ausland an Aufforstungsaktionen beteiligen. So stärken wir die Widerstandskraft gegen die Folgen des Klimawandels.

Gemeinsam können wir es schaffen, den Klimawandel zu bremsen, die Folgen zu mildern und die globale Temperatur langfristig zu stabilisieren. Klimaschutz kann auch eine Chance sein. Weniger Autoverkehr, weniger Beschleunigung, weniger Stress und allgemein ein besseres Miteinander. Alles in allem plädiere ich für einen Maßnahmenkatalog, der den Ausbau der erneuerbaren Energien in Kombination mit einem Emissionshandel und der Schaffung klimafreundlicher Alternativen umfasst. Ich werde mich mit voller Energie für den Klimaschutz einsetzen.